Arbeitskreis Botanik

Erforschung unserer heimischen Flora

Breitblättriges Knabenkraut, Oliver Wittig - LBV Bildarchiv
Breitblättriges Knabenkraut, Oliver Wittig - LBV Bildarchiv

Unsere Botaniker leisten sehr wertvolle Arbeit bei der Erforschung unserer Flora.

Wir haben schon viele Raritäten im Landkreis entdeckt.

Zum Beispiel:

- den sehr seltenen Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium)

- und rund 27 verschiedene Orchideenarten

 

Riesenbärenklau, Peter Bria - LBV Bildarchiv
Riesenbärenklau, Peter Bria - LBV Bildarchiv

Aber es gibt auch Einwanderer, die unsere heimischen Pflanzen mehr und mehr verdrängen,

zum Beispiel:

- Der Riesenbärenklau

- japanischer Schlangenknöterich

 

Diese gilt es zu beseitigen um die Ausbreitung zu verlangsamen oder zu stoppen.

- Es finden immer wieder neue Exkursionen des Arbeitskreis Botanik statt, um unsere Pflanzenwelt im Landkreis noch besser kennen zu lernen und zu kartieren.

- Wir bieten auch „Botanische Bestimmungsübungen“ für die Menschen an, die mehr über unsere heimische Plfanzenwelt erfahren wollen.

Bestimmungsübungen botanische Artenkenntnis 2026  -  Schwerpunktthema: Lebensräume

1.04.2026 erste Wanderung mit Thema Mittelwald führte in den Kaiholz bei Berolzheim.

 

Was ist ein Mittelwald?

 

Jahrhundertelang wurde in den Wäldern das Unterholz im Abstand von etwa 30 Jahren als Brennholz eingeschlagen, während das Oberholz geschont wurde. So entstand der sogenannte Mittelwald. Besonders die Eichen-Hainbuchenwälder erhielten hierdurch ihr charakteristisches Aussehen und ihren enormen Reichtum an unterschiedlichen Strukturen, wie beispielsweise verschiedene Stockwerke, Baumhöhlen oder Totholz. Wegen seiner Artenvielfalt und als Heimat bedrohter Tier- und Pflanzenarten zählt der Mittelwald zu den wertvollen Biotoptypen in Bayern.

 

Frühjahrsblüher waren unser Ziel.

Frühjahrsblüher sind Spezialisten der Laubwälder: Sie nutzen Licht und Bodenwärme, bevor das Blätterdach der Bäume zuwächst. Ihren Energiebedarf decken sie durch Vorräte in Knollen oder Zwiebeln, da die frühe Sonne allein für die Fotosynthese nicht genügt. Nach der Blüte ziehen sie sich bis zum nächsten Jahr in den Boden zurück.

 

Auf dem Nährstoffreichen Boden wächst der seltene Zweiblatt- Blaustern (Scilla bifolia), das Busch- Windröschen (Anemone nemorosa), das Gelbe Windröschen (Anemone ranunculoides), das Erdbeer-Fingerkraut (Potentilla sterilis), der Kleine Gelbstern (Gagea minima), die Berg-Segge (Carex montana), die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior).

 

Große Flächen bedeckte der Bärlauch (Allium ursinum). Zum Teil war Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) eingestreut. Eine gefährliche Verwechselung beim Sammeln von Bärlauch!

29.04.2026  -  Zweiter Teil: Wiese


Wir trafen uns auf einer Wiese bei Rüdisbronn. Diese Wiese ist geschätzt 500 (bis evtl. 1000) Jahre alt - bezogen auf die Nutzung als Futterwiese.

Eine besondere Pflanze auf dieser Wiese ist der Kantenlauch (Allium angulosum). Laut Roter Liste eine gefährdete Art.

Aktuell wird die Wiese von einem Biolandwirt gemäht.

Der Kantenlauch blüht ungefähr Ende Juni. Er ist mit dem Schnittlauch verwandt und kann im Frühjahr so oft man will geschnitten werden. Nur zur Blütezeit sollte er nicht mehr gemäht werden. Da die Samen zum Reifen mindestens zwei Monate Zeit brauchen, ist der letzte Schnitt im Frühjahr spätestens am 15. Juni erlaubt. Anschließend bleibt die Wiese bis Ende September, besser noch später ungenutzt. In dieser Zeit können auch die anderen Wiesenblumen nachblühen und ihre Samen ausbilden

 

Die Teilnehmer des AK Botanik schwärmten über die Wiese aus und nahmen interessante, bzw. unbekannte Pflanzenteile mit. Diese wurden danach im Gemeindehaus in Rüdisbronn ausgebreitet und bestimmt.

Folgende Pflanzen wurden bestimmt:

 

Acker-Hornkraut, Feld-Hainsimse, Feldsalat, Frühe Segge, Gamander- Ehrenpreis, Gänseblümchen, Geruchlose Kamille, Gewöhnliches Hornkraut, Gold Hahnenfuß, Großer Wiesenkopf, Gundermann, Hasenbrot, Herbstzeitlose, Hirtentäschel, Kanten-Lauch, Knäuel-Hornkraut, Kriechende Fingerkraut, Kuckucks-Lichtnelke, Löwenzahn,Pfeilkresse, Quendel-Ehrenpreis,Rasenschmiele, Raukenblättriges Greiskraut, Sauerampfer, Schafgarbe, Scharfer Hahnenfuß, Spitzwegerich, Stängelumfassendes Hellerkraut, Vogel-Wicke,Walderdbeere, Weg-Distel, Weinberg-Lauch, Weiße Lichtnelke, Weißes Labkraut, Wiesen Storchschnabel, Wiesen-Bärenklau, Wiesen-Flockenblume, Wiesen-Schaumkraut, Wiesenplatterbse, Wiesensilge (Silau), Zaun-Wicke

 

Lieben Dank an Marita und Hans für die bereichernde Führung.

Bestimmungsübungen botanische Artenkenntnis,  Schwerpunkt-Thema 2023: Hahnenfußgewächse, Ranunculaceae und Lippenblütler, Lamiaceae. 

Mit Heinrich Beigel und Hans Seitz. (Fotos: Margareta Loscher)

Bild 1: Edel-Gamander, Teucrium chamaedrys

Bild 2: Aufrechter- Ziest, Stachys recta

Bild 3: Kahle Katzenminze, Nepeta nuda

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:

Heinrich Beigel  

e-mail: [email protected]

 

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