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22. Stunde der Gartenvögel geht zu Ende: Negativtrend der letzten Jahre hält an

Anzahl der Vögel pro Garten geht weiter zurück

An diesem sonnigen Maiwochenende haben sich knapp 5.650 Menschen an der Stunde der Gartenvögel in Bayern beteiligt und aus rund 4.000 Gärten mehr als 100.000 Vögel (Stand 19:30 Uhr) gemeldet. Vielen Dank allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, deren Beobachtungen wichtige Erkenntnisse über die Situation der Vögel im Siedlungsraum liefern. 

 

Trio hartnäckig an der Spitze

Mit dem aktuellen Tiefstwert von durchschnittlich 25,7 Vögeln pro Garten setzt sich der Negativtrend der letzten Jahre fort. Damit bestätigt die „Stunde der Gartenvögel 2026“ die Resultate von verschiedenen Monitoring-Programmen und wissenschaftlichen Studien. Der Durchschnitt von zehn verschiedenen Arten pro Garten ist gegenüber den Vorjahren gleichgeblieben.

 

Die Top 10 der gemeldeten Vögel hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Auffallend sind lediglich die geringere Gruppengröße bei den Mauerseglern und die größere Zahl von Ringeltauben pro Zählort. Das kann sich aber mit weiteren Meldungen noch ändern. Die Plätze 1 bis 3 belegen wieder Haussperling, Amsel und Star.

 

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Presseinformation 44-26
 
Vogelzählung zeigt: Weniger Mehlschwalben und Mauersegler über Bayern
Ergebnisse der „Stunde der Gartenvögel“: Zahl der Vögel pro Garten nimmt von Jahr zu Jahr ab – Naturnahe Gärten als Hoffnungsschimmer
 

 

Hilpoltstein, 26.05.2026 – Bei der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“ des bayerischen Naturschutzverbands LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und seinem bundesweiten Partner NABU meldeten die Teilnehmenden erneut sehr wenige Vögel pro Garten: fast zehn Vögel weniger als noch vor zehn Jahren. Besonders Insektenjäger wie Mauersegler und Mehlschwalben wurden heuer in geringer Zahl gemeldet, obwohl das Wetter am Zählwochenende vielerorts warm und trocken war. „Dass selbst bei gutem Flugwetter weniger Tiere beobachtet wurden, bereitet uns Sorge. Der Rückgang der Fluginsekten macht sich offenbar immer stärker bemerkbar“, ordnet LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson die Ergebnisse ein. Trotz der besorgniserregenden Entwicklung bei einigen Arten im Siedlungsraum sieht der LBV auch Hoffnungsschimmer – besonders dort, wo Menschen ihre Gärten oder Balkone naturnah gestalten. Insgesamt haben sich rund 10.800 Menschen aus mehr als 7.300 Gärten in Bayern an der großen Vogelzählaktion „Stunde der der Gartenvögel“ beteiligt. Sie zählten dabei rund 190.000 Vögel. Alle Ergebnisse sind einsehbar unter sdg.lbv.de.
Mauersegler und Mehlschwalben sind auf Insekten angewiesen, die sie im Flug jagen. Doch mit sinkenden Insektenbeständen schrumpft auch die Lebensgrundlage für die faszinierenden Flugkünstler. Darüber hinaus sind fehlende Nistmöglichkeiten ein Problem für diese Vögel, die meist an Gebäuden brüten. „Wer unsere Luftakrobaten unterstützen möchte, kann ihnen gezielt beim Nestbau helfen“, sagt LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson. „Besonders Mehlschwalben profitieren von kleinen Lehmpfützen, aus denen sie sich Nistmaterial holen. Auch künstliche Nisthilfen an Gebäuden können fehlende Brutplätze ersetzen.“

Aufatmen bei den Finkenvögeln

Etwas Entwarnung gibt es dagegen bei den Finkenarten: In Bayern weist derzeit nichts auf eine akute Infektionswelle durch Trichomonaden hin. Das sind Parasiten, die von Vogel zu Vogel übertragen werden und oft zum Tod führen. Grünfink, Buchfink und Stieglitz zeigen niedrige, aber stabile Zahlen. „Den Grünfink werden wir in den kommenden Jahren trotzdem genau im Blick behalten. Denn seit dem massiven Einbruch durch die Krankheit vor mehr als zehn Jahren, hat sich der Bestand nicht erholt“, so Angelika Nelson. Besonders wichtig ist es deshalb, auf Hygiene an Futterstellen und Vogeltränken zu achten: Wer regelmäßig reinigt und überschüssiges Futter entfernt, hilft dabei, die Ausbreitung von Krankheiten unter Gartenvögeln zu vermeiden.

Die Top Ten 2026
Die Top Ten der Gartenvögel bleiben an der Spitze unverändert: Wie bereits in den Vorjahren landet der Haussperling auf Platz 1, gefolgt von Amsel und Star. „Spatzen leben besonders gesellig und treten oft in größeren Gruppen auf. So bleibt der Haussperling auch heuer der am häufigsten beobachtete Gartenvogel“, erklärt LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson. Sein naher Verwandter, der Feldsperling, hat in den vergangenen Jahren zwar deutlich abgenommen, erreicht aber noch Rang 5. Amseln sowie Kohl- und Blaumeisen kommen in vielen Gärten vor, verteidigen jedoch ihre Reviere und werden deshalb meist nur einzeln oder paarweise beobachtet. Die Kohlmeise landet damit erneut auf Platz 4, die Blaumeise auf Rang 6. Elster und Rabenkrähe belegen die Plätze 7 und 8. Der Mauersegler rutscht auf Platz 9 ab, während die Mehlschwalbe nicht mehr unter den Top Ten ist. Neu dabei ist die Ringeltaube auf Rang 10. „Die Ringeltaube ist sehr anpassungsfähig. Sie findet auch in Städten und Siedlungen Brutplätze und ausreichend Nahrung und wird deshalb in Bayerns Gärten immer häufiger beobachtet“, so die LBV-Vogelexpertin.

Auch Vogelstimmen spielten bei der diesjährigen Zählung eine größere Rolle als noch vor einigen Jahren. „Im Mai hört man viele Vögel eher, als dass man sie sieht, wie zum Beispiel Mönchsgrasmücke oder Girlitz. Das erschwert eine eindeutige Bestimmung, aber KI-gesteuerte Bestimmungs-Apps, helfen zunehmend die Arten anhand ihres Gesangs zuordnen“, sagt Nelson.

In naturnahen Gärten herrscht mehr Vielfalt
Trotz der insgesamt negativen Entwicklungen konnten sich vor allem Teilnehmende in lebendigen Gärten mit Wildblumen, summenden Insekten, Igeln und zahlreichen Vogelarten an einer Vielzahl von Vögeln erfreuen. „Gerade der mähfreie Mai zeigt, wie schnell die Natur reagiert, wenn man ihr etwas Raum lässt“, sagt Nelson. Wer selbst etwas für die Artenvielfalt tun möchte, kann bereits mit kleinen Veränderungen viel bewirken: heimische Wildblumen wachsen lassen, seltener mähen, Hecken pflanzen und auf Pestizide verzichten. „Naturnahe Gärten ersetzen keine großen Schutzgebiete“, betont Nelson. „Aber sie können wichtige Trittsteine im Siedlungsraum sein und bereiten Menschen Freude im Alltag.“

 

Presseinformation 34-26
 
Einfach mal wachsen lassen: Mähfreier Mai bringt Vielfalt in den Garten
Damit es summt und brummt: LBV ruft zum Aktionsmonat auf
 

 

Hilpoltstein, 28.04.2026 – Jetzt im Frühling wächst alles schnell und viele Gartenbesitzende wollen gleich Ordnung schaffen. Statt direkt zum Rasenmäher zu greifen, appelliert der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz), die Mähmaschine guten Gewissens noch im Schuppen zu lassen. „Wer bis Ende Mai auf das Mähen verzichtet, schafft sich selbst nicht nur mehr freie Zeit, sondern fördert auch die Artenvielfalt“, betont die LBV-Biologin Tarja Richter. „Ungemähte Rasenflächen bieten wichtigen Lebensraum für Wildblumen und Insekten. Löwenzahn und Weißklee locken beispielsweise Schmetterlinge und Wildbienen an, die den Nektar und die Pollen brauchen, Brennnesseln werden von einigen Schmetterlingen zur Eiablage genutzt. Auch Vögel profitieren von den Insekten und Samen.“ Wer auch nach dem Mai weniger mäht und ungemähte Stellen stehen lässt, erhält den ganzen Sommer über wertvolle Lebensrauminseln.
In den ersten Frühlingsmonaten auf das Mähen zu verzichten, hilft den Pflanzen sich bis zur Blüte zu entwickeln. Im Rasen sind das unter anderem Gänseblümchen, Weißklee, Gundermann oder Löwenzahn. „Die ersten Blüten auf der Wiese sind jetzt besonders wertvoll – sie sind wichtige Nahrungsquellen für Schmetterlingen und Bienen “, erklärt Tarja Richter. „Außerdem bietet langes Gras einen wichtigen Lebensraum für Käfer oder Heuschrecken.“ Auch wilde Ecken mit Brennnesseln sollten stehen bleiben: Dort legen Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge jetzt im April und Mai ihre Eier ab. Von der Insektenvielfalt profitieren auch die Gartenvögel, die jetzt im Frühjahr viele hungrige Mäuler zu stopfen haben. Eine erhöhte Vielfalt an Wildblumen und Insekten wirkt sich zudem positiv auf die menschliche Psyche aus.

Häufig wird unterschätzt, welchen Einfluss kleine Maßnahmen im eigenen Garten haben können. „Etwa zwei Prozent der Gesamtfläche Bayerns sind Privatgärten. Deshalb sind Versteckmöglichkeiten und Nistorte für Vögel und Insekten vor der eigenen Haustür wichtig. Gartenbesitzende können hier einen wichtigen Beitrag leisten“, so die LBV-Biologin. Bis Ende Mai sollte der Rasenmäher erstmal im Schuppen bleiben. Wer später im Jahr mäht, sollte am besten eine Sense nutzen und die Mähintervalle strecken, so dass beispielsweise nur noch einmal im Monat gemäht wird. Es empfiehlt sich abschnittsweise vorzugehen: Wenn erst ein Gartenabschnitt gemäht wird, bleiben andere Teile des Gartens als Rückzugsräume für die Tiere erhalten. Wildblumen bevorzugen magere Standorte ohne Gründüngung. Deshalb sollte das Schnittgut nicht auf den Flächen liegen gelassen werden – es kann kompostiert oder zum Mulchen genutzt werden. Der Rasenmähroboter ist keine geeignete Alternative, da die Maschinen beispielsweise Igel stark verletzen oder Insekten schädigen können.

Neben Insekten und Wildblumen profitiert auch der Boden vom höheren Gras: Durch mehr Schatten bleibt die Erde feuchter und trocknet im heißen Sommer nicht so schnell aus. Ein Tipp für Ordnungsliebende: einfach Wege und Ränder freischneiden und der Garten sieht trotzdem aufgeräumt aus.

 

Moorschutz beginnt im Gemüsebeet: LBV ruft zum Verzicht von Torf im Garten auf
 
Der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) ruft Hobby-Gärtnerinnen und Gärtner dazu auf, beim Kauf von Blumenerde bewusst auf torffreie Produkte zu achten. Denn in vielen Garten- und Blumenerden steckt Torf, das über Jahrtausende in Mooren entstanden ist und dabei viel CO2 bindet. Moore gehören zu den effektivsten natürlichen Klimaschützern. So speichern die weltweiten Moorböden mehr Kohlenstoff als die gesamten Wälder der Erde. Wird Torf abgebaut, entweichen große Mengen des über Jahrtausende gespeicherten Kohlenstoffs in die Atmosphäre. Noch dazu sind Moore ein einzigartiger Lebensraum, der zahlreiche spezialisierte Tier- und Pflanzenarten vom Sonnentau bis zum Moorfrosch beherbergt. Obwohl der industrielle Torfabbau in Bayern inzwischen eingestellt ist, wird weiterhin Torf aus anderen Ländern, etwa aus dem Baltikum, importiert. Dort zerstört der Abbau immer noch wertvolle Moorlandschaften.

 Während die ersten Zugvögel wieder bei uns ankommen und ihre Revier- und Balzgesänge zum Besten geben, beginnt auch bei uns Menschen langsam wieder die Garten- und Balkonsaison. Wer das weltweite Klima dabei etwas entlasten möchte kann beim Kauf der Blumenerde auf deren Torffreiheit achten. Der über Jahrtausende entstandene Torf ist viel zu kostbar, um ihn nur für einen Sommer als Pflanzsubstrat zu nutzen und anschließend zu entsorgen. Dabei gibt es längst Alternativen: Torffreie Substrate bestehen meist aus Mischungen aus Kompost, Rindenhumus und Holzfasern. Versuche aus gärtnerischen Lehr- und Forschungseinrichtungen zeigen, dass sie für Hobbygärten ebenso gut geeignet sind wie torfhaltige Erde. Wichtig ist ein genauer Blick auf die Verpackung: Bezeichnungen wie „torfreduziert“ oder „Bio-Erde“ bedeuten nicht automatisch, dass kein Torf enthalten ist.

Wer im Garten kompostiert oder Kompost aus einer kommunalen oder gewerblichen Kompostieranlage verwendet, kann diesen außerdem unter das gekaufte, torffreie Substrat mischen und der Erde so zu mehr Nährstoffen verhelfen. Dadurch ist der Düngebedarf meist geringer. So lässt sich auch Erde aus Pflanzgefäßen vom Vorjahr wieder auffrischen. Pflanzerde lässt sich oft mehrfach verwenden, indem man sie vor der neuen Gartensaison mit frischem Kompost und organischem Dünger wie Hornmehl mischt.

Auch beim Kauf von Pflanzen können Gartenfreunde darauf achten, dass kein Torf enthalten ist. Viele gekaufte Jungpflanzen wachsen nämlich in torfhaltigen Substraten. Wer Gemüse, Kräuter oder Blumen selbst aussät, hat mehr Kontrolle über die verwendete Erde.
Mit solchen einfachen Maßnahmen können Hobby-Gärtnerinnen und -Gärtner aktiv zum Schutz der Moore beitragen. Wer torffrei gärtnert, schützt Klima und Artenvielfalt – und zeigt, dass Naturschutz schon im eigenen Garten beginnen kann.
Wer darüber hinaus der Natur etwas Gutes tun und Biodiversität erhalten möchte, muss dabei nicht den ganzen Garten "ordentlich" machen. Mit ein paar wilden Ecken, die nebenbei auch weniger Arbeit bedeuten, entsteht zusätzlicher Lebensraum für Insekten, die wiederum von Vögeln als Nahrungsquelle benötigt werden.

 

Lieber Vogelfreund, liebe Vogelfreundin,

 

nimmst Du nicht nur die steigenden Temperaturen, sondern auch die steigende Gesangsaktivität der Vögel wahr? Hörst Du vielleicht ganz bewusst den ersten Buchfink, den ersten Star und den ersten Zilpzalp des Jahres? Denkst Du beim 1. Mai nicht nur an den Tag der Arbeit, sondern auch an die Rückkehr der Mauersegler?

 

Vielleicht möchtest Du ja Deine Vogelbegeisterung in einem (weiteren) Ehrenamt einbringen?

Es gibt spannende Mitmachmöglichkeiten für Menschen mit unterschiedlicher Vogelartenkenntnis und unterschiedlich viel Zeit. Das Schöne ist, dass Deine Mitarbeit in all den folgenden Programmen hilft, wertvolle Daten für die Forschung und den Naturschutz zu sammeln.

 


Mitmachen beim Monitoring häufiger Brutvögel (MhB)

Benötigte Vogelartenkenntnis: gut bis sehr gut (insbesondere Gesänge)

Benötigte Zeit: mehrjähriges Engagement wichtig, 2-4 h pro Kartierung (+ Anreise)

Das erwartet dich:

  • Ein Naturspaziergang, bei dem die Vögel im Mittelpunkt stehen
  • Wertvolle Mitarbeit bei der Datenerhebung über den Zustand der bayerischen Vogelwelt
  • Fahrtkostenpauschale & Aufwandsentschädigung
  • Freundliche und kompetente Betreuung durch unser Team

Beim MhB erfassen wir alle Vögel, die entlang einer 2-4km langen Route gehört oder gesehen werden. Dafür sind vier Begehungen entlang einer etwa 3km langen Route zwischen 10. März und 20. Juni nötig (im Bergwald sind es nur drei Begehungen).
Die Beobachtungen werden entweder mittels der NaturaList-App oder ganz klassisch auf einer Papierkarte notiert.

Aktuell gibt es in Bayern 173 zufällig ausgewählte 1km²-Flächen, die noch nicht kartiert werden. Vielleicht ist eine davon genau die richtige für dich? Die Flächen kannst du hier in der MhB-Mitmachbörse online ansehen und bei Interesse direkt reservieren.

Wir melden uns anschließend zeitnah mit allen wichtigen Informationen zur Methode.

 


Mitmachen beim Monitoring Hochgebirgsvögel (MHg)

Benötigte Vogelartenkenntnis: gut bis sehr gut (insbesondere Gesänge)

Benötigte Zeit: mehrjähriges Engagement wichtig, 2-4 h für die Kartierung (+ Anreise)

Das erwartet dich:

  • Eine Wanderung im Hochgebirge mit der Chance, seltene Vogelarten zu hören und sehen
  • Wertvolle Mitarbeit bei der Datenerhebung über den Zustand der bayerischen Vogelwelt
  • Fahrtkostenpauschale & Aufwandsentschädigung
  • Freundliche und kompetente Betreuung durch unser Team

Das MHg funktioniert ähnlich wie das MhB. Aufgrund der weiten Anreisewege zu den Probeflächen gibt es aber nur einen Kartiertermin, der zwischen dem 1. Mai und dem 30. Juni stattfinden sollte. Alle Vogelbeobachtungen werden entweder in der NaturaList-App notiert.

Es gibt noch 39 Hochgebirgsrouten, die noch nicht kartiert werden. Vielleicht reizt Dich eine davon besonders? Die Routen kannst du hier in der MHg-Mitmachbörse online ansehen und bei Interesse direkt reservieren.

Wir melden uns anschließend zeitnah mit allen wichtigen Informationen zur Methode.

 


Mitmachen beim Monitoring seltener Brutvögel (MsB)

Benötigte Vogelartenkenntnis: einzelne Arten bis Artengruppen

Benötigte Zeit: mehrjähriges Engagement wichtig, 0.5 - 4 h für eine Kartierung (+ Anreise)

Das erwartet dich:

  • Ein Einstieg ins Vogelmonitoring, bei dem Du Dich auf eine oder sehr wenige Arten konzentrieren kannst
  • Wertvolle Mitarbeit bei der Datenerhebung über den Zustand der bayerischen Vogelwelt
  • Oftmals die Möglichkeit, die Beobachtungsroute ganz in Wohnortnähe zu legen

Wir vom LBV koordinieren das Specht- und das Rebhuhnmonitoring, und es gibt noch 13 weitere Module im MsB! Das Spechtmonitoring zielt auf die selteneren Spechte wie Grau- und Kleinspecht ab. Zudem möchten wir darauf hinweisen, dass in der Mitmachbörse derzeit viele neue Zählrouten eingestellt wurden. Gerade im Alpenraum gibt es nun attraktive neue Strecken, die sich besonders für die Kartierung von Dreizehen- und Weißrückenspechten anbieten. Die Routen wurden in Gebieten angelegt, in denen beide Arten nachweislich vorkommen.

Sowohl das Specht- als auch das Rebhuhnmonitoring finden früh im Jahr statt, und sind ideal für diejenigen, die im Sommer stark verplant sind.

Die Module mit den modulspezifischen Anforderungen kannst du hier online ansehen und bei Interesse Kontakt mit der genannten Ansprechperson aufnehmen: https://www.dda-web.de/monitoring/msb/module

 


Weitere Projekte zum Mitforschen und Mitmachen

📘 ADEBAR2 – Atlas Deutscher Brutvogelarten
Ein Projekt für Profis, aber heraus kommt eins der wichtigsten Werke zur Bestandssituation und Verbreitung der deutschen Brutvögel. Das Projekt läuft noch bis 2029, und aktuell werden Kartierende für bisher unkartierte Quadranten gesucht: ADEBAR2-Mitmachbörse

WICHTIG: Alle Kartierungen im Rahmen des MhB, MHg und des MsB gehen in den Brutvogelatlas ein!

 

🎧 Dawn Chorus
Das Citizen-Science-Projekt Dawn Chorus lädt auch 2026 wieder dazu ein, morgendliche Vogelgesänge aufzunehmen. Ziel ist es, Veränderungen in der Vogelwelt zu dokumentieren und langfristig auszuwerten. Der diesjährige Schwerpunkt liegt auf Naturschutzgebieten. Aufnahmen aus diesen Bereichen sind besonders wertvoll. Die Teilnahme ist unkompliziert: App auf das Handy herunterladen und den morgendlichen Gesang, insbesondere im April und Mai, aufnehmen.

 


Wir freuen uns sehr über jede Unterstützung – und natürlich auch, wenn du Freund*innen, Familie oder Bekannte auf die Projekte aufmerksam machst. Bei Fragen sind wir unter [email protected] erreichbar.

 

Herzliche Grüße

Alexandra und Simon

 

Presseinformation 13-26
 
Zum Teich statt unter die Räder: Jetzt ehrenamtlich Kröten retten
Vorbereitungen für die Amphibienwanderung laufen beim LBV auf Hochtouren – Kröten, Frösche und Molche sind bald in Bayern unterwegs
 

 

Hilpoltstein, 23.02.2026 – Mindestens 6°C in der Nacht und Regen sind der Startschuss für die alljährliche Wanderung der Amphibien in Bayern zu ihren Laichgewässern. Die Vorbereitungen für die große Amphibienwanderung laufen bei den Aktiven des bayerischen Naturschutzverbands LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) schon auf Hochtouren, damit Teichmolche, Springfrösche und Erdkröten ihre Laichgewässer wieder möglichst gefahrlos erreichen können. „In ganz Bayern sind zahlreiche LBV-Ehrenamtliche dabei, Schutzzäune entlang von Straßen aufzustellen oder instand zu setzen“, so LBV-Amphibienexperte Dr. Andreas von Lindeiner. Dennoch werden im Freistaat noch helfende Hände gesucht. Vor allem während der Wanderung bis etwa Mitte April ist tatkräftiges Engagement bei der Kontrolle der Zäune sehr willkommen.
Mit zunehmender Tageslänge, hoher Luftfeuchtigkeit und steigenden Temperaturen, vor allem nachts, ist mit den ersten wandernden Amphibien im Tiefland zu rechnen. „Gras- und Springfrösche sowie Teich- und Bergmolche sind dann die ersten, die sich auf die Wanderung begeben. Erdkröten brauchen allerdings noch etwas Zeit“, so der LBV-Amphibienexperte. Sobald die Temperaturen insgesamt noch milder werden, erwachen aber auch sie aus ihrer Winterstarre und machen sich auf den Weg zu ihren Fortpflanzungsgewässern. An einem naturnahen Gewässer können durchaus mehr als 1.000 Erdkröten gemeinsam beim Laichgeschäft beobachtet werden.

Viele LBV-Gruppen stellen mobile Krötenzäune auf, um Amphibien an besonderen Gefährdungsstellen vor dem Straßentod zu retten. Unter anderem engagieren sich hier die LBV-Kreisgruppen in Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech, Weißenburg-Gunzenhausen, Cham und Berchtesgadener Land. Insgesamt betreuen LBV-Aktive mehrere Hundert Krötenzaunanlagen in Bayern. „Sobald die Zäune stehen, kontrollieren die Krötenschützer diese jeden Tag, am besten am frühen Abend und am frühen Morgen. Befinden sich Amphibien in den Eimern, werden diese in Transporteimern sicher über die Straße getragen. Meist werden dabei Art, Geschlecht und Anzahl dokumentiert“, erklärt Andreas von Lindeiner.

Aktiv im Amphibienschutz
Wer beim Krötenretten mitmachen möchte, kann sich dazu an die örtliche LBV-Gruppe wenden. Vorkenntnisse sind nicht zwingend nötig. Wie die Hilfe funktioniert, wie man die Tiere richtig anfasst, welche Hygienevorschriften zu beachten sind und wie man Grasfrösche von Springfröschen, Bergmolche von Teichmolchen oder Männchen und Weibchen unterscheidet, ist schnell gelernt.
Die Kontakte zu den LBV-Kreisgruppen finden sich unter www.lbv.de/lbv-vor-ort

 

Staatsregierung will auf Zwischenzeugnisse verzichten
Trägerkreis fordert Leistungsnachweise im Naturschutz beizubehalten – Koalition will sich um Berichte drücken
 

 

Hilpoltstein/München, 11.02.2026 – Zeitgleich zum siebten Jahrestag, an dem 2019 1,7 Millionen Menschen mit ihrer Unterschrift das Volksbegehren Artenvielfalt – „Rettet die Bienen!“ zum Erfolg führten, erhalten auch Bayerns Schülerinnen und Schüler ihre Zwischenzeugnisse. Wenn es um deren Leistungen geht, verlässt sich der Freistaat nicht auf den guten Willen oder Selbsteinschätzungen: Es zählen ausschließlich überprüfbare Leistungsnachweise. Geht es jedoch um die eigene Leistung bei der Umsetzung des Volksbegehrens, legt die Staatsregierung offenbar andere Maßstäbe an. Aktuell befindet sich das sogenannte vierte Modernisierungsgesetz in der parlamentarischen Beratung. Es sieht vor, zentrale Berichtspflichten zur Umsetzung des Volksbegehrens, darunter die Berichte zum Biolandbau, zum Biotopverbund und zur Lage der Natur, zu streichen. Der Trägerkreis des Volksbegehrens aus ÖDP, LBV, Bündnis 90/Die Grünen und Gregor Louisoder Umweltstiftung (GLUS) fordert die Staatsregierung daher auf, die Umsetzung der beschlossenen Ziele auch weiterhin mit Engagement und Transparenz voranzutreiben. Dazu gehört auch ein ordnungsgemäßer Leistungsnachweis, der durch die regelmäßig zu erstellenden Berichte bisher gewährleistet ist.
Dr. Norbert Schäffer, LBV-Vorsitzender:
„Während tausende Schülerinnen und Schüler in Bayern am Freitag eine eindeutige Bewertung ihrer schulischen Leistungen erhalten, möchte sich die Staatsregierung offenbar lieber nicht mehr so genau auf die Finger schauen lassen. Mit dem sogenannten 4. Modernisierungsgesetz will sie nämlich drei zentrale Berichte zur Umsetzung des Volksbegehrens streichen. Aber klar ist auch: Ohne Daten und genaue Kenntnis des Zustands von Artenvielfalt und Lebensräumen können wir diese nicht ernsthaft schützen. Die Staatsregierung darf sich deshalb nicht vor einem Zwischenzeugnis drücken!“

Agnes Becker, Beauftragte des Volksbegehrens und ÖDP-Landesvorsitzende:
„Die Biolandwirtschaft in Bayern wächst zu langsam, um das Ziel von 30 Prozent Biolandwirtschaft bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Und das, obwohl die private Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln immer weiter steigt. Frau Ministerin Kanbier kann sich nicht länger hinter dem fadenscheinigen Argument verstecken, dass die Politik ja alles tue, aber der Verbraucher nicht möchte. Die Politik tut bei Weitem nicht alles. Auch nach sieben Jahren fehlt immer noch eine verbindliche Bioquote beim Lebensmitteleinkauf der öffentlichen Hand. Wie notwendig das ist, zeigt auch der Bericht zum Biolandbau. Den streichen zu wollen, weil das Ergebnis nicht passt, ist peinlich.“

Ludwig Hartmann, Vizepräsident des Bayerischen Landtags (Bündnis 90/Die Grünen):
„Die jährlichen Berichte zum Biotopverbund sind kein bürokratischer Ballast. Sie sind vielmehr der einzige belastbare Nachweis dafür, ob der Aufbau eines echten bayerischen Biotopverbunds überhaupt vorankommt. Der aktuelle Bericht zeigt jedoch, dass die vermeintlich positiven Zahlen teilweise durch rechnerische Kunstgriffe entstehen und nicht, weil sich die Landschaft tatsächlich verbessert hätte. So wurden zuletzt zusätzliche Kategorien wie Randstreifen an Gewässern dritter Ordnung ohne ausreichende Qualitätskriterien einbezogen. Genau deshalb muss die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüfbar bleiben. Transparenz ist für eine demokratische Gesellschaft unverzichtbar.“

Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung (GLUS):
„Die IUCN (International Union for Conservation of Nature) schätzt, dass fast ein Drittel aller erfassten Arten vom Aussterben bedroht ist. Das ist das Ergebnis der jüngsten Aktualisierung der ‚Roten Liste‘, die im vergangenen Herbst veröffentlicht wurde. Auch in Deutschland befindet sich mehr als die Hälfte der Lebensräume in einem ungünstigen Zustand. Ein Drittel aller Arten ist gefährdet, wie der ‚Faktencheck Artenvielfalt‘ 2024 gezeigt hat. Wir brauchen auch für Bayern eine klare Analyse über den Zustand von Arten und Lebensräumen, um das Artensterben endlich aufzuhalten. Der ‚Bericht zur Lage der Natur‘, der mit dem Volksbegehren festgeschrieben wurde, bietet hier eine unverzichtbare Grundlage und muss unbedingt beibehalten werden.“

 

Jagd ohne Blei

Vielen Greifvögeln drohen schwere Vergiftungen!

Die Jagd mit bleihaltiger Munition hat auf vor allem auf große und oftmals seltene Greifvogelarten entsetzliche Auswirkungen. Diese sind schon lange bekannt und gut dokumentiert. Arten wie zum Beispiel Stein- und Seeadler, Rotmilan und Mäusebussard nehmen das extrem starke Gift über Kugelgeschossfragmente in bei der Jagd im Wald zurückgelassenen Aufbruch auf. Und auch für die seit Juni 2021 ausgewilderten Bartgeier stellt bleihaltige Munition die größte Gefahr dar.

Im März 2021 ist im Unterammergau das fünfjährige Steinadlerweibchen Luisa qualvoll an einer Bleivergiftung gestorben. Verschiedene Studien aus europäischen Ländern haben ergeben, dass Bartgeier und Steinadler hohen Dosen von Blei ausgesetzt sind und letztlich an den körperlichen Erscheinungen der Vergiftung verenden können. Zudem kommt es auch zu häufigen Todesfolgen durch indirekte Auswirkungen von Bleivergiftungen, wie zum Beispiel die Kollisionen durch Orientierungs- und Koordinationsverlust der Vögel.

Hier erfahren Sie alles rund um das Thema bleihaltige Munition und deren Auswirkungen, wie unsere Bartgeier davon betroffen sind, welche Forderungen wir stellen und erhalten die Antworten auf die häufigsten Fragen. 

Jetzt unterschreiben: EU-weite Kampagne #BanLeadNow

Der internationale Naturschutzverband Birdlife Europe ruft mit der Kampagne #BanLeadNow nun die Entscheidungsträger in der EU auf, der Bleivergiftung endlich Einhalt zu gebieten, und zwar konkret:

  • Europäische Kommission: Veröffentlichung eines Vorschlags zur wirksamen Beschränkung der Verwendung von Bleimunition und Bleifischgewichten
  • EU-Regierungen: Unterstützen Sie den Vorschlag der EU-Kommission, sobald er veröffentlicht ist.
  • EU-Parlament: Stimmen Sie für einen starken Vorschlag, der die Verwendung von bleihaltiger Munition und Fischereigewichten einschränkt

 

Hier geht's zur Unterschriftenseite: LINK

Unterstützer*innen für das Uhu-Monitoring gesucht

©Erwin Taube
©Erwin Taube

Der Uhu – unsere größte Eule ist zurück

 

Jahrhundertelang wurde der Uhu massiv verfolgt und fast zum Aussterben gebracht.

Er galt als großer Feind des Niederwildes, wurde deshalb legal geschossen, seine Gelege geplündert, Junge getötet oder zum Kauf für die Hüttenjagd angeboten.

 

In Bayern gab es um 1960 noch eine Restpopulation von etwa 30 bis 40 Brutpaaren und zwar im Frankenjura und Teilen des Voralpengebietes. In Gesamtdeutschland schrumpfte der Bestand auf etwa 70 Paare, in manchen Bundesländern war die Art ganz verschwunden.

 

Durch die Aufnahme in das Naturschutzgesetz und weitere Maßnahmen haben sich die Bestände deutschlandweit erholt und Zahlen erreicht, die es erlauben, den Uhu nicht mehr als gefährdet zu betrachten. Das weiß man durch gezieltes Verhören und Erfassen auch in unserem Landkreis, wo sich LBV-Aktive am bezirksübergreifenden Monitoring „Uhuschutz im Frankenjura“ schon seit Jahren einbringen.

 

Zukünftig werden sich im Landkreis Ansbach noch LBV-Interessierte und Ranger vom Naturpark Frankenhöhe daran beteiligen. Für den Landkreis NEA werden weitere Ehrenamtliche gesucht, die sich einbringen wollen, um ein vollständigeres Bild über die Verbreitung zu erhalten.

 

Erwin Taube

tel.: 0 98 46 - 57 8
e-mail: [email protected]

 

Jahresbescheinigung 2025

Für viele Menschen beginnt wieder die Zeit, um ihre Einkommensteuererklärung zu erledigen. Beiträge und Spenden können steuerlich abgesetzt werden.

©Herbert Nitsche
©Herbert Nitsche

ACHTUNG:
Die Kreisgruppe ist nicht Ansprechpartner für die Spendenbescheinigung - darum kümmert sich ausschließlich die Landesgeschäftsstelle des LBV in Hilpoltstein.

Der LBV verschickt seine Spendenbescheinigungen Ende Februar. Sie listet alle Mitgliedsbeiträge und Spenden an den LBV des vergangenen Kalenderjahres auf. Bei rund 117.000 Mitgliedern und Spendern sind das Unmengen an Papier und Porto. Seit 2017 sind Einkommensteuererklärungen beleglos. Das heißt, dass man die Steuererklärung ohne Belege und Nachweise abgeben kann. Bei Spenden bis zu 300 Euro ist keine Spendenbescheinigung notwendig. Müssen in Einzelfällen trotzdem Nachweise erbracht werden, genügt als Beleg beispielsweise ein Kontoauszug.

 

Für das Kalenderjahr 2025 bedeutet das:

Wir verschicken keine pauschalen Spendenbescheinigungen an alle Unterstützerinnen und Unterstützer. Sondern nur an Mitglieder und Spender mit einer kumulierten Jahressumme ab 300 Euro.

 

Somit können wir jede Menge Papier und Porto sparen. Geld das wir viel lieber in unserer Naturschutzarbeit stecken. Selbstverständlich können Sie trotzdem jederzeit eine eigene Spendenbescheinigung anfordern, wenn Sie das möchten. Eine kurze Info an den Mitgliederservice genügt:

| Tel.: 09174/47 75 - 71 13

 

Stunde der Wintervögel in Bayern

©LBV
©LBV

Hier finden Sie alle Ergebnisse der Stunde der Wintervögel in Bayern von 2019 bis 2026.

 

Sie können sowohl nach der Jahreszahl als auch nach Regierungsbezirken und Landkreisen/Kreisfreien Städten filtern.


LINK

©Paul Graf
©Paul Graf

Der Artikel zeigt die Entwicklung der Schleiereulen in den letzten 35 Jahren, im Landkreis NEA/BW.


Trotz der Veränderungen in der Agralandschaft und den Ortsstrukturen blieb die Schleiereulen Population relativ stabil.


Zudem wird deutlich, welcher umfangreiche und zeitintensiver Aufwand von der Schleiereulen Gruppe um Hugo Gabriel und Dieter Kaus geleistet wurde/wird, damit dies auch so bleibt.

Schleiereulen Population NEA.pdf
Adobe Acrobat Dokument 3.1 MB

©Paul Graf (PDF)

©Fotos (siehe einzelne Fotos im PDF)


LBV zieht die Zügel an: Naturschutz ist nicht verhandelbar!
Von ihrer Jahresversammlung senden mehr als 210 LBV-Delegierte das deutliche Signal an die Staatsregierung, den Naturschutz nicht weiter zu schwächen
 

 

Coburg, 18.10.2025 – Auf den Naturschutz in Bayern rollt nach Ansicht des bayerischen Naturschutzverbands LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) eine bedrohliche Welle zu: Finanzielle Kürzungen und rechtliche Einschränkungen könnten zu einer substanziellen Schwächung des Natur- und Artenschutzes im Freistaat führen und die Erfolge der vergangenen Jahre zerstören. Aus diesem Grund sendet die Delegiertenversammlung als oberstes Gremium des LBV mit einer Resolution unter dem Motto „Naturschutz ist nicht verhandelbar“ ein eindeutiges Zeichen an die Bayerische Staatsregierung. Auf ihrem diesjährigen Treffen in Coburg verurteilten Naturschützerinnen und Naturschützer aus ganz Bayern sowohl die drohenden massiven Einsparungen von Geldern für den Naturschutz im kommenden Doppelhaushalt als auch die Rücknahmen oder Beschränkungen in verschiedenen Verordnungen und Gesetze.
„Trotz einiger Fortschritte seit dem erfolgreichen Volksbegehren Artenvielfalt - ‚Rettet die Bienen!‘ 2019 würden durch die geplanten massiven Mittelkürzungen im Haushalt wichtige Maßnahmen nicht umgesetzt und gesetzlich verankerte Naturschutzziele nicht erreicht. Besonders gefährdet wären zentrale Errungenschaften des Volksbegehrens sowie das EU-Gesetz zur Wiederherstellung der Natur“, sagt der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer.

Fortsetzung des Textes unter Presse-Info.

 

LBV-Delegierte beschließen Resolution Naturschutz ist nicht verhandelbar  ©Tobias Tschapka
LBV-Delegierte beschließen Resolution Naturschutz ist nicht verhandelbar ©Tobias Tschapka

Das Rebhuhn ist Vogel des Jahres 2026

 

Rekord bei der Wahlbeteiligung – Neuer Botschafter der Vogelwelt ist stark gefährdet und steht für mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft

 

Ein Sieg mit deutlichem Abstand

Bei der sechsten öffentlichen Wahl des bayerischen Naturschutzverbands LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und seines bundesweiten Partners NABU haben insgesamt 184.044 Menschen mitgemacht – ein neuer Rekord. 26.552 Stimmen davon kamen aus Bayern. Insgesamt 81.855 (44,5 Prozent) der Stimmen entfielen dabei auf das Rebhuhn, 49.011 (26,6 Prozent) auf die Amsel, 23.352 auf die Waldohreule (12,7 Prozent), 21.556 auf die Schleiereule (11,7 Prozent) und 8.270 (4,5 Prozent) auf den Zwergtaucher.

 

 

 

„Repreprep“ ruft es von den Feldern: Das Rebhuhn ist Vogel des Jahres 2026 und löst damit den Hausrotschwanz ab. Mit dem Rebhuhn rückt eine Art ins Rampenlicht, die auf unseren Feldern fast verschwunden ist. Das Rebhuhn ist ein echter Charaktervogel der Feldflur, zu Hause auf Wiesen, Feldern und Brachen. Doch wo einst Vielfalt blühte, dominieren heute monotone Agrarflächen und sein Lebensraum schrumpft mit jedem Jahr.

 

 

Die Lage des Rebhuhns war nicht immer so desolat. Früher war es häufig auf unseren Feldern zu beobachten, doch um 1990 brach sein Bestand stark ein. 1991 wurde das Rebhuhn deshalb schon einmal zum Vogel des Jahres gekürt. Seitdem ist der Bestand weiter dramatisch geschrumpft. Heute gibt es in Bayern geschätzt nur noch 2.300 bis 4.000 Brutpaare. Die Gründe: Felder werden ausgeweitet, Feldraine und Büsche verschwinden, dazu kommt ein hoher Pestizideinsatz. „In der ausgeräumten Agrar-Landschaft findet das Rebhuhn zu wenig Nistplätze und kaum Nahrung“, sagt Angelika Nelson. Zur Wahl angetreten war das Rebhuhn deshalb auch mit dem Slogan „Für Felder voller Vielfalt“.

 

Den Vogel des Jahres 2026 entdecken

 

Rebhühner gehören zu den Hühnervögeln. Auf dem Rücken sind sie vorwiegend braungrau marmoriert, ihre Brust ist grau und das Gesicht orangebraun gefärbt. Die männlichen Rebhühner lassen in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden ihren Revierruf hören, ein raues „kirräck“. Die scheuen Vögel brüten in dichtem Gebüsch und Hecken. Darum sind sie oft schwer zu entdecken. „Die beste Chance auf eine Beobachtung hat man an Feldrändern und -säumen, wo die Vegetation niedriger ist und die Hühnervögel im Familienverbund, gerade auch jetzt im Hebst, nach Samen und Insekten suchen – mit etwas Geduld erlebt man dort diesen faszinierenden, leider selten gewordenen Vogel“, erläutert die LBV-Biologin. In Bayern hat das Rebhuhn seine Verbreitungsschwerpunkte in Franken und der Oberpfalz, der Donauregion und Niederbayern.

 

Oft gut versteckt und schwer zu entdecken  ©Rosi Rößner
Oft gut versteckt und schwer zu entdecken ©Rosi Rößner

Im Einsatz für das Rebhuhn

Für den Schutz des Rebhuhns engagiert sich der LBV auf mehreren Ebenen. Als Projektpartner im bundesweiten Vorhaben „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ werden in Oberfranken mehrjährige Blüh- und Brachflächen als Lebensraum geschaffen und vernetzt, begleitet von Monitoringprogrammen und der Einbindung zahlreicher Akteurinnen und Akteure vor Ort. In unterschiedlichen Landkreisen setzten sich in den vergangenen Jahren außerdem immer wieder LBV-Gruppen für den gefährdeten Feldvogel ein, etwa durch Rebhuhnerfassungen, Beratungen zur Flächenbewirtschaftung und die Aufwertung von Feldrändern, unter anderem im Raum Pfaffenhofen, im Altmühltal sowie im Landkreis Freising.

 

Natur des Jahres 2026

Natur des Jahres 2026 siehe:
www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/natur-des-jahres/2026.html

Beispiele, Stand 8.12.2025:

Titel
Vogel des Jahres
Wildtier des Jahres

Fledermaus des Jahres (2026 und 2027) 

Fisch des Jahres

Insekt des Jahres

Schmetterling des Jahres

Höhlentier des Jahres

Baum des Jahres

Blume des Jahres

Wildpflanze des Jahres

Orchidee des Jahres

Pilz des Jahres

Heilpflanze des Jahres

Pflanzengesellschaft des Jahres 

Art

Das Rebhuhn

Der Rothirsch

Der Kleine Abendsegler

Der Europäische Wels

Der Warzenbeißer

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Der Höhlen-Zwergflohkrebs

Die Zitterpappel (Espe)

Der Feldrittersporn (Ackerrittersporn)

Der Gewöhnliche Natternkopf

Die Violette Ständelwurz

Der Igelstachelbart

Die Gemeine Nachtkerze

Der Federgras-Steppenrasen


Pressemitteilung Fa. Knauf, Iphofen, Juli 2025

Nach erfolgreicher Renaturierung

  

Vom Bodenschatz zum Naturjuwel

 

Aus einem ehemaligen Gipssteinbruch wird ein blühendes Naturparadies: Knauf übergibt den renaturierten Teil des Steinbruchs Marktbergel an den bayerischen Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz). Auf 5 Hektar hat sich hier ein einzigartiges Biotop entwickelt, das seltenen Tier- und Pflanzenarten ein neues Zuhause bietet. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Naturschutz und Rohstoffgewinnung Hand in Hand gehen können.

 

5 Hektar ehemaliger Gipsabbau mit 110 Pflanzenarten, 23 Schmetterlingsarten, 28 Libellenarten und 17 Heuschreckenarten. Davon viele auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Was die Universitäten Bayreuth und Münster bei ihren Kartierungen 2022 und 2023 im Steinbruch westlich der kleinen Gemeinde Marktbergel (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) feststellen konnten, zeigt eindrücklich die Möglichkeiten, die die Rohstoffgewinnung auch für den Naturschutz bieten kann. Der hohe naturschutzfachliche Wert renaturierter Steinbrüche ist dem LBV seit langem bekannt. Ebenso lange existiert eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Firma Knauf bei der Planung von Renaturierungen und der Umweltbildung. Nun überträgt das Baustoffunternehmen den renaturierten Teil des Steinbruchs an den gemeinnützigen Naturschutzverband. Die symbolische Übergabe an Ralf Hotzy, Leiter des LBV-Referats Landschaftspflege, erfolgte am 8. August durch Daniel Schroeder, Knauf Bereichsleiter Bergbau Zentraleuropa, Karin Gabriel, Knauf Referentin Grundstücksverkehr, sowie Pascal Bunk, Knauf Geologe und Biodiversitätsmanager.

 

Die Idee für die Flächenübergabe entwickelte sich in den vergangenen Jahren im Zuge von mehreren gemeinsamen Forschungs- und Artenschutzprojekten in

Gipssteinbrüchen. Die LBV-Kreisgruppe Neustadt-Aisch/Bad Windsheim war immer aktiv beteiligt. Zum Beispiel an der Kontrolle von Laichgewässern für die Gelbbauchunke im Steinbruch im Rahmen des mit dem Bayerischen Umweltpreises 2023 ausgezeichneten Projekts "Natur auf Zeit". Oder bei einem Citizen-Science Projekt zur Erfassung der Artenvielfalt im Steinbruch.

 

Die Renaturierung hat den rechtlichen Status einer Kompensationsmaßnahme. Ziel der von Knauf nach dem Ende des Gipsabbaus in diesem Bereich ab dem Jahr 2004 durchgeführten Renaturierung war die Herstellung eines Himmelsweihers mit episodisch trockenfallenden Uferbereichen sowie Böschungen und Rohbodenstandorten. Das Ganze sollte umgeben sein von magerem Grünland und kleineren Gehölzbeständen. Die Maßnahmen sind ein voller Erfolg. Der renaturierte Bereich, der vor dem Abbau ackerbaulich genutzt wurde, hat sich zu einem landschaftlichen Kleinod und äußerst artenreichen Biotop entwickelt. Die gesetzlich verpflichtenden Auflagen sind nun nach 20 Jahren Entwicklungszeit erfüllt und die Fläche kann an einen neuen Eigentümer übergeben werden.

 

Wir wollen dieses Naturjuwel auch dauerhaft erhalten und für den Naturschutz zur Verfügung stellen. Da ist es nur folgerichtig, wenn wir die Fläche nun an den LBV übertragen und das Schutzziel damit sicherstellen“, erläutert Pascal Bunk, Geologe bei Knauf und zuständig für das Biodiversitätsmanagement. Damit setzt sich das Unternehmen auch über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus für den Schutz von Natur und Umwelt ein.

 

Wir danken der Firma Knauf herzlich für die Schenkung dieser wertvollen Fläche. Sie bietet großes Potenzial für den Naturschutz. Der LBV wird sich mit seiner langjährigen Erfahrung engagiert um das neue Biotop kümmern und die Fläche dauerhaft im Sinne der Artenvielfalt weiter optimieren“, ergänzt Ralf Hotzy, Leiter des Referats Landschaftspflege beim LBV.

 

Für die LBV-Kreisgruppe vor Ort um Margareta Loscher geht die Arbeit aber damit erst so richtig los. „Wir haben schon einige Ideen, wie sich der ehemalige 

Steinbruch ökologisch weiterentwickeln lässt. Um die Fläche offen und strukturreich zu erhalten, wäre eine extensive Beweidung besonders wichtig. Sie hilft dabei die Verbuschung einzudämmen und fördert vielfältige Lebensbedingungen für spezialisierte Arten“, so die Kreisvorsitzende.

 

Die Drohnenaufnahme zeigt die Dimension des renaturierten Gipssteinbruchs im Vordergrund und den aktiven Abbau im Hintergrund. © Pascal Bunk, Knauf
Die Drohnenaufnahme zeigt die Dimension des renaturierten Gipssteinbruchs im Vordergrund und den aktiven Abbau im Hintergrund. © Pascal Bunk, Knauf

Die Bildbeschreibungen können durch Anklicken der Fotos gelesen werden.
Personenfoto:  Von li. nach rechts  Julia Römheld, Heinrich Beigel  Matthias Weiß, Ralf Hotzi, Pascal Bunk, Margareta Loscher, Manfred Staudinger, Andrea Schön-Staudinger, Daniel Schroeder, Karin Gabriel, Dr. Renate Kapune

 

LBV-Kreisgruppe rettet Schleiereulen-Nachwuchs durch behutsame Umsetzung in andere Bruten

Neustadt an der Aisch, Juli 2025 

Die LBV-Kreisgruppe Neustadt/Aisch-Bad Windsheim hat in einer gezielten Rettungsaktion Jungvögel einer aufgegebenen Schleiereulenbrut erfolgreich in andere, aktive Nistkästen umgesetzt. Die Maßnahme dient dem Erhalt der Jungtiere und wurde mit größter Sorgfalt und Rücksicht auf das Wohl der Tiere durchgeführt. Im Vorfeld erfolgte eine enge Abstimmung mit einem erfahrenen Ornithologen und Falkner der LBV-Greifvogelauffangstation Regenstauf sowie mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) im Landkreis.

 

Die betroffenen Jungvögel stammten aus einem Brutkasten, dessen Öffnung während der Brutsaison zur Aufgabe der Brut durch die Altvögel geführt hatte. Der Nistkasten wurde vom Besitzer der Scheune geöffnet, weil eine Webcam nicht richtig funktionierte. Die LBV-Kreisgruppe weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass das Stören besonders geschützter Arten wie der Schleiereule zur Brut- und Aufzuchtzeit durch das Bundesnaturschutzgesetz verboten ist. Ein Öffnen von Nistkästen darf in der Zeit von März bis Oktober nur durch fachlich versierte Personen und ausschließlich in begründeten Ausnahmefällen erfolgen.

 

Fachgerechte Integration in andere Bruten

Nach einer vorübergehenden Pflege in einer Greifvogelauffangstation, wurden die Jungvögel nun behutsam in andere Schleiereulenbruten integriert. Dabei wurde streng darauf geachtet, dass die Küken dem Entwicklungsstand der jeweiligen Brut entsprechen und dass die aufnehmenden Elternvögel über ausreichend Nahrung verfügen, um auch die zusätzlichen Jungtiere versorgen zu können. Diese Vorgehensweise erhöht die Überlebenschancen der Jungvögel erheblich und ermöglicht ihnen vor allen eine optimale Vorbereitung auf das Leben in der freien Natur.

 

Schleiereulen – lautlose Jäger mit sensiblen Ansprüchen

Die Schleiereule (Tyto alba) ist eine faszinierende Vogelart, die vor allem durch ihr herzförmiges Gesicht und ihren nahezu lautlosen Flug bekannt ist. Sie bewohnt bevorzugt offene Landschaften mit angrenzenden Gebäuden, in denen sie in Nistkästen brütet. Als Kulturfolger ist sie auf geeignete Brutplätze und ein ausreichendes Nahrungsangebot – vor allem in Form von Mäusen – angewiesen.

 

Langjähriges Engagement für den Eulenschutz

Die LBV-Kreisgruppe betreut seit vielen Jahren mit Hilfe von Ehrenamtlichen aus den Kreisgruppen Erlangen und Nürnberg, die Schleiereulenpopulation im Landkreis. Dazu gehören regelmäßige Kontrollen der Nistkästen, die in enger Absprache mit den Eigentümerinnen und Eigentümern der Gebäude erfolgen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit ist die Beringung der Jungvögel, die der wissenschaftlichen Datenerhebung dient und wertvolle Erkenntnisse über Wanderbewegungen, Lebensdauer und Bruterfolg liefert. Darüber hinaus dokumentieren die Ehrenamtlichen die Nutzung der Nistkästen, reinigen sie, wenn nötig, reparieren sie und sorgen für die Anbringung neuer Kästen, wo nötig.

 

Appell an die Öffentlichkeit

„Diese Rettungsaktion zeigt, wie wichtig das Zusammenspiel aus ehrenamtlichem Engagement, Fachwissen und Zusammenarbeit im Artenschutz ist“, betont die Vorsitzende der LBV-Kreisgruppe, Margareta Loscher.  „Wir appellieren an alle Naturfreundinnen und -freunde, Nistkästen während der Brutzeit nicht eigenmächtig zu öffnen – auch wenn es gut gemeint ist. Jede Störung kann schwerwiegende Folgen haben.“

Storch aufgrund zu vieler Gummiringe im Magen gestorben!

©storchencam Hös/A.
©storchencam Hös/A.

Wie schon von Dr. Renate Kapune nach der Führung auf der Mülldeponie in Dettendorf beschrieben, suchen die Störche unter anderem auch auf Biomüllplätzen nach Futter. Dort nehmen sie häufig Gummiringe und andere unverdauliche Materialien auf, die zu schweren Magenproblemen führen.

 

Jüngst musste ein Jungstorch aus einem Horst in Höchstadt an der Aisch vom Tierarzt des Nürberger Tiergartens eingeschläfert werden. 
Er hatte starke Schmerzen und war aufgrund der vielen Fremdkörper in seinem Magen unterernährt.

Den ganzen Artikel über den Jungstorch aus Höchstadt an der Aisch finden sie HIER (weit nach unten scrollen zu den aktuellen Berichten).

Einmal mehr wird uns auf tragische Weise vor Augen geführt, wie wichtig es ist, den Biomüll von Fremdkörpern zu trennen.  

 

Großzügige Spende von der Sparkasse an unsere LBV Kreisgruppe

Der Betrag von 1.100,-€ wurde für den Kauf von 34 Starennistkästen verwendet. HERZLICHEN DANK!

© Herbert Henderkes, LBV Bildarchiv
© Herbert Henderkes, LBV Bildarchiv
Wiedehopf gesehen? Bitte melden!
Früher war der Wiedehopf in Bayern weit verbreitet. Aktuell gibt es nur noch einzelne Brutpaare und er ist somit vom Aussterben bedroht! In unserem Landkreis sind keine Bruten bekannt. Dass der Bestand des Wiedehopf-Vorkommen stark schwankt, ist typisch für die Vogelart. Oft liegt dies an ungünstigen Witterungsverhältnissen im Brutgebiet, aber auch in den Überwinterungsgebieten. Langfristig stellen jedoch der Verlust seines Lebensraums und der damit verbundenen Mangel an Nistplätzen und der Rückgang von Insekten infolge von übermäßigen Pestizideinsatz eine enorme Bedrohung für den heimischen Exot dar. 
Der Wiedehopf ist auf offene Landschaften mit warmem Mikroklima und kurzer Vegetation angewiesen. Mögliche Lebensräume sind extensiv genutzte Kulturlandschaften, nachhaltig bewirtschaftete Weideflächen, Weinberge oder Streuobstwiesen sowie Sandgruben. Auf dem Speiseplan des Wiedehopfs stehen Grillen (wie z. B. die Maulwurfsgrille), Engerlinge und größere Schmetterlingsraupen. 
Auf ihrer Rückreise aus ihren Überwinterungsgebieten in Zentralafrika nach Mitteleuropa sind im April und Mai auch in unserem Landkreis immer wieder durchziehende Wiedehopfe zu beobachten, zum Teil sogar in Gärten. Um einige der charismatischen Vögel zum Bleiben zu bewegen, haben die LBV-Kreisgruppe Neustadt Aisch-Bad Windsheim mit Unterstützung des Rotary-Clubs Uffenheim 34 Nistkästen an geeigneten Orten aufgehängt. 
Dabei besteht grundsätzlich immer Hoffnung, dass sich ein Paar auch bei uns sich niederlässt und zur Brut schreitet, wenn die Bedingungen günstig erscheinen.

 

© Dieter Hopf, LBV Bildarchiv
© Dieter Hopf, LBV Bildarchiv
Kennzeichen
Der Wiedehopf (Upupa epops) ist mit 25-29 cm in etwa so lang wie eine Amsel, wobei bis zu 5 cm der Körperlänge auf den Schnabel entfallen. Seine Spannweite beträgt 44-48 cm.
Aussehen
Charakteristisch für den Wiedehopf sind der lange, gebogene Schnabel und der auffällige orange-braune Federschopf mit den schwarzen Punkten, welcher jedoch nur selten aufgefächert zu sehen ist. Auch Kopf, Nacken und Hals sind orangebraun gefärbt, der Bauch ist weiß. Rücken, Flügel und Schwanz sind hingegen deutlich schwarz-weiß gebändert, Schnabel und Beine sind gräulich. Wiedehopfe zeigen keinen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus, Männchen und Weibchen sehen also gleich aus.
Stimme
Typisch ist der Gesang, der aus einem mehrfach wiederholten, dumpf und hohl klingenden, mehrsilbigen "hup hup hup" besteht. Obwohl er nicht sonderlich laut ist, kann man ihn recht weit hören. 
Bei uns
Der Wiedehopf ist in Deutschland nur in den Sommermonaten zu beobachten. Als Mittel bis Langstreckenzieher treten die Vögel bereits ab Ende Juli die Reise nach Afrika an, wo sie bis Februar/März überwintern.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Wiedehopfs erstreckt sich von Nordafrika über Süd- und Mitteleuropa bis Indochina. Er kommt zudem auch auf der arabischen Halbinsel und in Afrika südlich der Sahara vor. 
Falls Sie einen dieser charismatischen Vögel mit dem prachtvollen Gefieder und dem charakteristischen Gesang sehen oder hören melden Sie, bitte ihre Beobachtung mit Ortsangabe bei
[email protected]  oder unter 09146-578

 

Das Nachtleben im Garten 

 

Die Kreisgruppe des Landesbunds für Vogel- und

Naturschutz in Bayern e.V. – LBV -(https://neustadt-aisch-

bad-windsheim.lbv.de) gibt Tipps gegen die Lichtflut in der

Nacht.

 

 

 

Das Foto ist dem Flyer „Nach Sonnenuntergang“ der Organisation „Paten-der Nacht“ entnommen. 

Mehr als 60% der Lebewesen sind nachtaktiv. Bekannte Beispiele sind Fledermäuse, die meisten Schmetterlinge (Nachtfalter) oder Leuchtkäfer (Glühwürmchen), deren Weibchen mit chemisch erzeugtem Licht nachts zur Partnersuche blinken. Nachtaktive Pflanzen wie Nachtkerzen, Nachtviolen, Schnittlauch, Borretsch u.v.m. werden von nachtaktiven Insekten bestäubt. Sie dienen wiederum als Nahrung von nachtaktiven Tieren.  

„Der tägliche Hell-/Dunkelrhythmus ist seit Milliarden Jahren genetisch in allen Organismen festgelegt. Er steuert nahezu alle lebenswichtigen Abläufe“, insbesondere die Wach- und Schlafphasen, aber auch die Zellreparatur und –regeneration. Ist es nachts durch zu viel Licht zu hell, gerät alles durcheinander.  

 

Schon gewusst? 

„- über eine Milliarde Insekten sterben während des Sommers allein an deutschen 

   Straßenlaternen mit weißem Licht durch Erschöpfungstod nach Dauerumkreisung der 

   Lichtquelle, Verbrennen oder durch angelockte Fressfeinde. Die Gemeinden im Landkreis 

   bemühen sich bereits seit Jahren, dagegen zu steuern. 

- Millionen Zugvögel zerschellen auf ihren nächtlichen Routen aufgrund von Desorientierung 

  an Hausfassaden.“ (Quelle: Organisation „Paten-der-Nacht“) 

 

Was kann jeder tun? 

- Nachts so wenig Licht wie möglich benutzen; zur Wegorientierung kann man Licht z.B. mit 

  Bewegungsmelder einsetzen 

- möglichst gelbe Lichtfarben nutzen, d.h. kleiner 2.700 Kelvin 

- Solarleuchten, die dauerhaft leuchten, aus dem Garten entfernen 

- Abschalten von Licht - z.B. zu Dekorationszwecken – im Garten ab 22.00 Uhr, ggf. durch 

  Verwendung von Zeitschaltuhren 

- Bereicherung der Beete mit nachtaktiven Pflanzen, um Nahrung für nachtaktive Tiere bereit 

  zu halten 

Fazit: Das Leben im Garten funktioniert nur, wenn die Dunkelheit der Nacht vollkommen ist. 

Weitere Informationen finden Sie z.B. unter www.paten-der-nacht.de oder  

www.bienen-leben-in-bamberg.de