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Veranstaltungen aus den vergangenen Jahren finden Sie im ARCHIV
Die Waldführung mit Revierförster Maximilian Hetzer veranschaulichte praxisnah, wie aktiver Naturschutz im Staatswald gelingt. Thematisiert wurden die gezielte Anlage von Feuchtbiotopen, die Förderung von Totholz, das Pflanzen neuer Baumarten für eine natürliche Waldentwicklung sowie die wichtige Rolle des Bibers als Landschaftsgestalter.
-Feuchtbiotope: Maximilian Hetzer erläuterte , wie durch kleine Gewässer, Gräben und Tümpel neue Lebensräume entstehen, die seltenen Arten wie Amphibien, Libellen, Käfer und spezialisierte Pflanzen zugutekommen.
-Totholz &Strukturen: Eine stetig wachsende Menge an liegendem und stehendem Totholz ist essentiell. Es ist ein Hotspot der Biodiversität und Lebensraum für tausende Arten von Pflanzen, Pilz- und Tierarten. Außerdem speichert es immense Mengen an Wasser und sichert den Nährstoffkreislauf des Bodens.
-Der Biber: als "Landschaftsarchitekt" schafft der Biber durch das Aufstauen von Gewässern dynamische Lebensräume die ökologisch hochgradig wertvoll sind.
Die Waldführung mit Revierförster Maximilian Hetzer hat gezeigt: Naturschutz ist machbar. Durch gezielte Maßnahmen wie die Anlage von Feuchtbiotopen, die Förderung von Totholz und die Akzeptanz natürlicher Prozesse – etwa durch den Biber – können wir diese einzigartigen Lebensräume bewahren.
Text: Margareta Loscher
8.07.2026 - Vierter Teil: Teichflora (Peppenhöchstädt-Rohensaas)
Zuerst erkundeten wir einen Weiherboden. Die Flora eines ausgetrockneten Weihers ist dynamisch und stark an periodische Trockenphasen angepasst. Der Schlamm enthält oft einen großen Vorrat an langlebigen Samen, die bei Feuchtigkeitsverlust keimen und spezialisierte Teichbodenpflanzen auch Schlammfluren genannt, hervorbringen, während an den Ufern typische Feuchtwiesen- und Pionierarten wachsen.
Sobald der Boden trockenfällt und sich erwärmt, wachsen rasant zum Teil seltene, typische Arten: Ampfer-Knöterich (Persicaria lapathifolia), Floh-Knöterich (Persicaria maculosa), Sumpfkresse (Rorippa sylvestris), Vielsamiger Gänsefuß (Chenopodium polyspermum), Ziegelroter Fuchsschwanz ( Alopecurus aequalis), Kröten-Binse (Juncus bufonius), Nadel-Sumpfbinse (Eleocharis acicularis), Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica), Wasser-Hahnenfuß (Ranunculus aquaticus), Wasserfenchel (Oenanthe aquatica).
Wenn das Wasser wiederkommt sterben die Pflanzen ab. Ihre Samen jedoch lagern im Schlamm am Boden des Teiches wieder jahrelang, bis zur nächster Trockenphase. Die Teichbodenvegetation gehört zu den europäisch geschützten Lebensräumen.
Im Uferbereich siedeln sich an die Trockenheit angepasste Stauden und Röhrichte an: Rohrkolben (Typha) , Binsen ( Juncus), Schwarzfrüchtiger Zweizahn ( Bidens frondosa), Blutweiderich (Lythrum salicaria), Helmkraut (Scutellaria galericulata), Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara).
Richtung Rohensaas erwartete uns Herr Lukas Jakob, Weiherbesitzer, der uns über Teichwirtschaft berichtete.
Die große Überraschung war der Triops (auch bekannt als Urzeitkrebs oder Schildkrebs). Sie sind faszinierende, urtümliche Kiemenfußkrebse und gelten als die ältesten bekannten noch lebenden Tierarten der Welt. Sie haben sich seit über 200 Millionen Jahren morphologisch kaum verändert und lebten bereits zur Zeit der Dinosaurier. Ihr Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet "der Dreiäugige", da sie neben zwei Hauptaugen ein drittes, einfaches Lichtsinnesauge besitzen.
Ihre Eier können jahrelange Trockenphasen im Schlamm überdauern und schlüpfen rasant, sobald sie mit Wasser in Berührung kommen.
Triops cancriformis: Die europäische Art, bräunlich-grüne Art kann bis zu 10 cm groß werden. Sie lebt meist nur 8-12 Wochen. Diese Groß-Kiemenfußkrebse sind eine geschützte Art.
Hans erklärte uns ausführlich den Verkannten Wasserschlauch (Utricularia australis), eine fleischfressende, aquatische Pflanze und die Unterschiede zwischen der Kleinen Wasserlinse (Lemna minor) und der Vielwurzeligen Teichlinse (Spirodela polyrhiza).
Nach der von Rudi Regner organisierten Abendführung standen am Ende ein Infotisch und kühle Getränke für uns bereit.
Vielen Dank Rudi.
Ein großes Dankeschön an Marita, Hans und Heiner für die botanischen Artenkenntnis Übungstage 2026!
Text: Margareta Loscher und Heinrich Beigel
Infotisch der LBV-Kreisgruppe am Streuobsterlebnistag in Burgbernheim
Impressionen rund um unseren Infostand mit Quizzrad für Kinder und Erwachsene.
Vogelstimmenwanderung unter der Leitung von
Heinrich Beigel bei
Jobstgreuth mit 41 Personen.
Die örtlichen Landfrauen suchten die Strecke aus.
22 Vogelstimmen wurden aufgelistet. Dass es nicht mehr waren, lag daran, dass die Führung bereits um 18 Uhr anfing; ca. 3 Stunden vor Sonnenuntergang.
Amsel, Blaumeise, Buchfink, Buntspecht, Girlitz, Goldammer, Grünfink, Grünspecht, Hausrotschwanz, Kanadagans, Kernbeißer, Kohlmeise, Mehlschwalben, Mönchsgrasmücke, Nilgans, Rauchschwalben, Ringeltaube, Rotkehlchen, Spatzen,, Star, Turmfalke, Zilpzalp
Eine absolute Besonderheit war ein "umgedrehter Regenbogen" hoch am Firmament.
Es handelt sich dabei nicht um einen Regenbogen, sondern um einen Zirkumzenitalbogen, der durch die Brechung von Sonnenlicht an winzigen, schwebenden Eiskristallen in hohen Schleierwolken (Cirruswolken) entstanden ist.
Auf der Heimfahrt haben zwei Teilnehmer*innen noch so genannte Nebensonnen beobachtet.
Pfeilkresse (Lepidium draba): mittlerweile oft in Streifen an Straßenrändern zu sehen, die von den Gemeinden nicht gemäht werden. Da sie Ausläufer bildet verträgt sie ab und an einen Mähschnitt. Sie wurde durch den Straßenbau weit verbreitet.
Ackerkrummhals (Anchusa arvensis subsp. Arvensis) - auch Acker-Ochsenauge, Wolfsauge: sieht dem Natternkopf ähnlich; wächst auf sandigen Böden, meidet Kalk; charakteristisch: blaue Blütenblätter, die in eine weiße Röhre münden. Die weiße Röhre ist stark gekrümmt – davon leitet sich die deutsche Bezeichnung ab. Der Acker-Krummhals ist in Bayern mäßig häufig (Vorwarnstufe der Roten-Liste).
Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis)
Am Waldrand befand sich eine Wiese, die bewusst
nicht mehr gedüngt wird und dadurch über die Jahre abmagert. Das Mähgut wird entfernt (nicht gemulcht; das wäre wieder zu viel Nährstoffeintrag).
U.a. wuchsen dort: Wiesenbocksbart, Wiesenflockenblume, Salbei
Diese Wiese wäre auch ein guter Standort für Orchideen, wie z.B. die Bocksriemenzunge.
Der Samen von Orchideen ist wie ganz feiner Staub und fliegt bis zu 50km weit. Früher war der Osing der einzige Standort der Bocksriemenzunge und wurde dort gehegt und gepflegt. Mittlerweile ist sie aufgrund der Klimaerwärmung und der extensiven
Wiesennutzung im ganzen Landkreis zu finden. Vielleicht bald
auch bei Jobstgreuth...
An einem Bachrand fanden sich Knöllchen-Steinbrech, Kuckuckslichtnelke, großer Wiesenknopf, Wiesen-Glockenblume.
Der große Wiesenknopf wäre die für den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling die notwendige Pflanze – falls auch die „richtige“ Ameise vorkommt. Leider wird der Streifen am Bach aber zu oft gemäht.
Herzlichen Dank an Heinrich Beigel für die interessante Führung
Herzlichen Dank an die örtlichen Landfrauen, die die Strecke ausgesucht hatten.
Nach Tagen mit unbeständigem Wetter und kalten Nächten lockte die günstige
Witterung am Sonntag 26 Frühaufsteher nach Ergersheim.
Andrea Schön-Staudinger und Manfred Staudinger führten ihre traditionelle Wanderung am Rand des NSG „Gräfholz und Dachsberge“ bis zur Kugelbahn am Geißberg.
Außer 49 Vogelarten konnten auch seltene Pflanzen wie Diptam und Bocksriemenzunge gefunden werden.
Die Liste der beobachteten Vogelarten sendet Heinrich Beigel auf Wunsch zu ([email protected]).
Bei der Vogelstimmenwanderung unter der Führung von Richard Ittner um den Kapell- und Langenberg herum konnten wir früh morgens bei schönstem Sonnenschein 43 verschiedene Vogelstimmen
ausmachen:
Rabenkrähe, Buntspecht, Bachstelze, Rauchschwalbe, Nilgänse, Sommergoldhähnchen, Haussperling, Singdrossel, Bluthänfling, Türkentaube, Grauspecht, Schafstelze, Kuckuck, Mehlschwalbe, Amsel,
(Waldohreule), (Uhu), Dohle, Star, Buchfink, Felderche, Klappergrasmücke, Dorngrasmücke, Gatenrotschwanz, Mönchsgrasmüche, Kohlmeise, Nachtigall, Mäusebussard, Grünfink, Rotkehlchen, Zilpzalp,
Turmfalke, Ringeltaube, Hohltaube, Wendehals, Habicht, Goldammer, Eichelhäher, Neuntöter, Turteltaube, Heckenbraunelle, Rotmilan, Pirol, Kornweihe, Blaumeise.
Lieben Dank an Richard Ittner für die interessante und informative Führung, sowie an Andrea Schwarzkopf-Hennefelder für die Auflistung der gehörten Vögel.
29.04.2026 - Zweiter Teil: Wiese
Wir trafen uns auf einer Wiese bei Rüdisbronn. Diese Wiese ist geschätzt 500 (bis evtl. 1000) Jahre alt - bezogen auf die Nutzung als Futterwiese.
Eine besondere Pflanze auf dieser Wiese ist der Kantenlauch (Allium angulosum). Laut Roter Liste eine gefährdete Art.
Aktuell wird die Wiese von einem Biolandwirt gemäht.
Der Kantenlauch blüht ungefähr Ende Juni. Er ist mit dem Schnittlauch verwandt und kann im Frühjahr so oft man will geschnitten werden. Nur zur Blütezeit sollte er nicht mehr gemäht werden. Da die Samen zum Reifen mindestens zwei Monate Zeit brauchen, ist der letzte Schnitt im Frühjahr spätestens am 15. Juni erlaubt. Anschließend bleibt die Wiese bis Ende September, besser noch später ungenutzt. In dieser Zeit können auch die anderen Wiesenblumen nachblühen und ihre Samen ausbilden
Die Teilnehmer des AK Botanik schwärmten über die Wiese aus und nahmen interessante, bzw. unbekannte Pflanzenteile mit. Diese wurden danach im Gemeindehaus in Rüdisbronn ausgebreitet und
bestimmt.
Folgende Pflanzen wurden bestimmt:
Acker-Hornkraut, Feld-Hainsimse, Feldsalat, Frühe Segge, Gamander- Ehrenpreis, Gänseblümchen, Geruchlose Kamille, Gewöhnliches Hornkraut, Gold Hahnenfuß, Großer Wiesenkopf, Gundermann, Hasenbrot, Herbstzeitlose, Hirtentäschel, Kanten-Lauch, Knäuel-Hornkraut, Kriechende Fingerkraut, Kuckucks-Lichtnelke, Löwenzahn,Pfeilkresse, Quendel-Ehrenpreis,Rasenschmiele, Raukenblättriges Greiskraut, Sauerampfer, Schafgarbe, Scharfer Hahnenfuß, Spitzwegerich, Stängelumfassendes Hellerkraut, Vogel-Wicke,Walderdbeere, Weg-Distel, Weinberg-Lauch, Weiße Lichtnelke, Weißes Labkraut, Wiesen Storchschnabel, Wiesen-Bärenklau, Wiesen-Flockenblume, Wiesen-Schaumkraut, Wiesenplatterbse, Wiesensilge (Silau), Zaun-Wicke
Lieben Dank an Marita und Hans für die bereichernde Führung.
1.04.2026 erste Wanderung mit Thema Mittelwald führte in den Kaiholz bei Berolzheim.
Was ist ein Mittelwald?
Jahrhundertelang wurde in den Wäldern das Unterholz im Abstand von etwa 30 Jahren als Brennholz eingeschlagen, während das Oberholz geschont wurde. So entstand der sogenannte Mittelwald. Besonders die Eichen-Hainbuchenwälder erhielten hierdurch ihr charakteristisches Aussehen und ihren enormen Reichtum an unterschiedlichen Strukturen, wie beispielsweise verschiedene Stockwerke, Baumhöhlen oder Totholz. Wegen seiner Artenvielfalt und als Heimat bedrohter Tier- und Pflanzenarten zählt der Mittelwald zu den wertvollen Biotoptypen in Bayern.
Frühjahrsblüher waren unser Ziel.
Frühjahrsblüher sind Spezialisten der Laubwälder: Sie nutzen Licht und Bodenwärme, bevor das Blätterdach der Bäume zuwächst. Ihren Energiebedarf decken sie durch Vorräte in Knollen oder Zwiebeln, da die frühe Sonne allein für die Fotosynthese nicht genügt. Nach der Blüte ziehen sie sich bis zum nächsten Jahr in den Boden zurück.
Auf dem Nährstoffreichen Boden wächst der seltene Zweiblatt- Blaustern (Scilla bifolia), das Busch- Windröschen (Anemone nemorosa), das Gelbe Windröschen (Anemone ranunculoides), das Erdbeer-Fingerkraut (Potentilla sterilis), der Kleine Gelbstern (Gagea minima), die Berg-Segge (Carex montana), die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior).
Große Flächen bedeckte der Bärlauch (Allium ursinum). Zum Teil war Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) eingestreut. Eine gefährliche Verwechselung beim Sammeln von Bärlauch!
Im Laufe des Schuljahres setzte sich die Klasse 6a intensiv mit der Artenkenntnis heimischer Pflanzen und Tiere auseinander und erwarb erfolgreich das Heupferdchen-Abzeichen. Ziel des Projekts war es, die Natur in der unmittelbaren Umgebung bewusst wahrzunehmen sowie verschiedene Arten sicher zu erkennen und zu benennen.
Ein Schwerpunkt lag auf der Untersuchung der Lebensgemeinschaft in der Laubstreu. Die Schülerinnen und Schüler untersuchten gesammeltes Laub und bestimmten die darin lebenden kleinen Tiere. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig dieser oft übersehene Lebensraum ist.
Ein weiterer Bestandteil des Projekts war die Beschäftigung mit heimischen Vögeln. Im Rahmen der Schulstunde der Wintervögel, dem schulischen Pendant zur bundesweiten Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ von LBV und NABU, beobachtete die Klasse Wintervögel rund um das Schulgelände. Mit Ferngläsern und Zählbögen ausgerüstet, konnten zahlreiche Vögel entdeckt, bestimmt und gezählt werden. Besonders häufig war die Kohlmeise mit 15 Sichtungen.
Zum Abschluss des Projekts stellte die 6a ihre erworbenen Kenntnisse in einer kleinen Prüfung unter Beweis. Durch die praktischen Aktivitäten und die abschließende Überprüfung konnten alle ihre Artenkenntnis erweitern und erfolgreich das Heupferdchen-Abzeichen erwerben.
Ein besonderer Dank gilt der LBV-Kreisgruppenvorsitzenden Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Margareta Loscher, sowie Lisa Rauscher für die Unterstützung und Begleitung des
Projekts.
Text: Anna Hofmann (Biologielehrerin am Gymnasium Neustadt/Aisch) - Januar 2026

